Seit Anfang 2020 sind wir alle gezwungen, viel Zeit zu Hause zu verbringen. Auch wenn es schwerfiel, haben viele von uns zwecks Stressbekämpfung diese zusätzliche Zeit in den eigenen vier Wänden dazu genutzt, Handarbeit zu machen. Der daraus resultierende Handarbeitsboom ließ in Tausenden von Wohnungen und im Internet gute Laune entstehen. Ein Handwerk, was während der Pandemie besonders populär wurde, ist Häkeln. Und wenn dieses geniale Hobby in deinem Leben nicht fehlen soll, dann fang jetzt an! Hier sind 21 häufig gestellte Fragen, die dir die Entscheidung, ob Häkeln zu dir passt, erleichtern werden.

Quicklinks

1. Wie lässt sich Häkeln am besten lernen?

fröhliche Frau mit Wollknäueln
Die Kursleiterin Toni Lipsey wird dir auf die Sprünge helfen.

Du kannst ein Buch zur Hand nehmen und versuchen, alle Maschenarten und Muster zu lernen. Aber am einfachsten ist es, Häkeln zu lernen, indem du jemand anders dabei zuschaust. Die visuelle Komponente des Lernens hilft dir, die Handbewegungen beim Häkeln so weit zu verinnerlichen, dass du sie auch im Schlaf ausführen kannst.

Im Internet gibt es unzählige Ressourcen, aber zum Einstieg ist ein anfängerfreundlicher Kurs am sinnvollsten. Handarbeitsprofis zeigen dir klar und präzise die notwendigen Griffe, damit du in Kürze eigenständig häkeln kannst.

2. Was ist der Unterschied zwischen Häkeln und Stricken?

Der Hauptunterschied zwischen Häkeln und Stricken besteht in den Werkzeugen. Beim Stricken werden zwei Nadeln verwendet, während das Häkeln mit nur einem Haken auskommt. Beide Formen verwenden auch unterschiedliche Maschen, die ein anders aussehendes Endprodukt ergeben. Strickwaren lassen sich eher ziehen und schlagen eher Falten, während gehäkelte Stücke steifer sind und ihre Form besser halten.

Trotz dieser Unterschiede kannst du vergleichbare Projekte entweder stricken oder häkeln: angefangen bei warmen Decken bis zu Kleidungsstücken wie Schals oder Pullover. Für beide Arten kannst du auch beliebige Wollarten oder Garn verwenden. 

3. Ist Häkeln schwer?

Häkeln ist nicht schwer. Wie bei jeder Handarbeit musst du zu Beginn eine Lernkurve hinter dich bringen. Du musst dich daran gewöhnen, die Häkelnadel zu halten, das Garn zu führen und das Muster zu lesen. Mit genug Übung und Geduld wirst du diese Fähigkeiten schnell entwickeln.

4. Woher kommt Häkeln überhaupt?

Das moderne Häkeln entstand im 19. Jahrhundert in Europa. Es entwickelte sich zunächst aus alten Stickereitechniken, sogenannter „Tambourstickerei“ aus dem Nahen Osten. Bei dieser frühen Handarbeit wurde Garn in Schlaufen auf einen Stoff gestickt. Der als Untergrund dienende Stoff wurde am Ende entfernt, sodass nur die Maschen verblieben.

Der französische Künstler Riego de la Branchardiere verwandelte im frühen 19. Jahrhundert Spitzendesign in Häkelmuster, die sich millionenfach verkauften. Zudem häkelten verarmte Arbeiter während der großen Hungersnot in Irland Kleidungsstücke, um zu überleben. Nach der großen Auswanderungswelle in die USA etablierte sich das Handwerk auch dort und wurde sehr beliebt.

5. Ist Häkeln einfacher als Stricken?

Das hängt ganz von den Vorlieben jedes Einzelnen und auch vom Projekt ab. Da beim Stricken zwei Nadeln benutzt werden, stellt die erforderliche Fingerfertigkeit so manchen auf die Probe. Und wenn du beim Stricken zufällig eine Masche fallen lässt, kann das das ganze Projekt ruinieren. 

Andererseits sind viele Leute der Meinung, dass Stricken zunächst einfacher zu lernen ist als Häkeln. Auch eignet sich Stricken viel besser, um Kleidung anzufertigen. Die Häkelmaschen sind fester als die Strickmaschen. Tatsächlich haben beide Formen der Handarbeit ihre Vor- und Nachteile.

6. Wer hat Häkeln erfunden?

Es gibt keine Einzelperson, der die Erfindung des Häkeln zugeschrieben werden kann. Die Historiker sind sich über den Ursprung uneinig: einige vermuten, es entstand im 16. Jahrhundert in Italien, andere sehen Persien als den Ursprung des Häkelns und manche nennen sogar Südamerika. Ganz gleich, wo es entstand, Häkeln hat sich aus verschiedenen Handarbeitstechniken entwickelt – Stricken, Sticken, Wandteppiche – und entwickelt sich bis heute ständig weiter.

7. Wann wurde Häkeln erfunden?

Das lässt sich, wie schon erwähnt, nicht genau sagen. Das moderne Häkeln scheint aus der europäischen Tradition entstanden zu sein und wird dort erstmalig im 19. Jahrhundert erwähnt. Aber frühere, vergleichbare Handarbeitstechniken haben das Häkeln mitgeprägt und zu dem gemacht, was wir heute kennen. Stickerei im Nahen Osten, chinesische dreidimensionale Strickpuppen und südamerikanischer Festschmuck sind alle um Jahrhunderte älter als das moderne Häkeln und wurden mit ähnlichen Häkeltechniken geschaffen.

8. Was kann man alles häkeln?

amigurumi bienen
Amigurumi ist ein japanischer Stil, mit dem du niedliches Spielzeug wie diese Hummeln herstellst.

Wenn es ein sichtbares Objekt ist, kannst du es häkeln! Traditionell werden Decken, Mützen oder Schals gehäkelt, aber die Technik ist so vielseitig, dass du alles Erdenkliche anfertigen kannst. Pullover, Socken, Geschirrtücher, Tischsets, Amigurumi-Puppen, Klodeckelbezüge – deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es kann sein, dass du kein passendes Muster für den Hundepullover findest, aber mit etwas Beharrlichkeit kannst du dein eigenes Muster anfertigen.

9. Ist Häkeln einfach?

Absolut. Zum Häkeln brauchst du nur wenig Grundausstattung: eine Häkelnadel, Garn und eine Schere. Sobald du ein paar einfache Techniken und ein oder zwei Maschen erlernt hast, kannst du innerhalb weniger Stunden anfangen, zu häkeln. 

Nachdem du die Grundlagen erlernt hast, kannst du ganz leicht darauf aufbauen und komplexere Projekte angehen. Mit jedem fertiggestellten Projekt hast du neue Häkel-Expertise erworben. 

10. Ist Häkeln oder Stricken schneller?

Im Allgemeinen geht Häkeln schneller, aber das hängt auch von jedem Einzelnen und dem Projekt ab. Stricken kann lange dauern, und wenn du so etwas Aufwändiges wie einen Pullover anfertigst, brauchst du auch eine Menge Geduld. Zudem sind Strickmaschen generell kleiner als Häkelmaschen und von daher dauert es länger, im Projekt voranzukommen.

Für Häkelprojekte brauchst du jedoch in der Regel mehr Garn als beim Stricken. Fortgeschrittene Projekte mit einem hohen Garnbedarf können daher länger dauern als ein vergleichbares Strickprojekt.

11. Wie viele Häkelmaschen gibt es?

Häkeldecke
Dieses dynamische Muster verwendet drei Grundmaschen: die feste Masche, das halbe Stäbchen und das Stäbchen.

Es gibt über 100 verschiedene Häkelmaschen. Die allermeisten davon sind jedoch Abwandlungen dieser vier Grundmaschen: die Luftmasche, die feste Masche, das halbe Stäbchen und das Stäbchen.

In jedem Muster findest du mindestens eine dieser Maschen. Durch variierende Kombinationen dieser Maschen entstehen gänzlich unterschiedlich aussehende Projekte. Von Perlen oder Popcorn über Picot bis zu Büscheln, jede Masche enthält eine der vier Grundmaschen.

Unsicher, wie du das Häkeln lernen sollst? Versuch’s in einem Kurs!

Modernes Häkeln: Wichtige Fähigkeiten für den Einstieg

12. Ist Häkeln gut für das Gedächtnis?

Häkeln hat viele mentale Vorteile. Studien haben gezeigt, dass konstante, sich wiederholende Bewegungen die Serotoninwerte maßgeblich erhöhen. Es kann auch zu einer geringeren Wahrscheinlichkeit von Demenz beitragen.

Das Erlernen neuer Fähigkeiten trägt nachweislich zur Entstehung neuer Synapsen im Gehirn bei, was die Lernfähigkeit auch in Zukunft fördert. Aber nichts kommt dem Stolz und der Freude gleich, wenn du dein erstes Häkelprojekt fertiggestellt hast!

13. Ist Häkeln teuer?

Häkeln ist sehr erschwinglich. Du brauchst nur ein Werkzeug und ein Woll- oder Garnknäuel. Mit diesen beiden Dingen kannst du für ca. 5 Euro eine Mütze oder einen Schal fertigstellen.

Je größer das Projekt, um so mehr Garn wirst du brauchen. Dein Handarbeitsladen vor Ort wird viel qualitativ gutes Garn vorrätig haben, sodass du immer die Möglichkeit hast, dort günstig einzukaufen. Es wird nur teuer, wenn du der „Wollsucht“ verfällst und alle Farben des gesamten Spektrums vorrätig haben musst.

14. Ist Häkeln gut gegen Arthritis?

Studien haben gezeigt, dass es bei guter Praxis die Symptome von Arthritis lindern kann. Häkeln und andere Nadelarbeiten dienen als Bewegungsübung für die Hände, um Kraft und Fingerfertigkeit zu steigern.

Wie bei jeder anderen wiederholten Tätigkeit auch, ist es sinnvoll, mal eine Pause einzulegen und Dehnübungen zu machen. Außerdem gibt es ergonomisch geformte Häkelnadeln mit Griffen, die die Belastung der Hände mindern. Wer allerdings Probleme mit Arthritis hat, sollte sich zuallererst an einen Arzt wenden, um sich professionell beraten zu lassen.

15. Kann ich mir selbst das Häkeln beibringen?

Aber sicher! Das Internet ist eine Fundgrube an Informationen und enthält Dutzende von Ressourcen, die dir das Häkeln beibringen. Die meisten Menschen können allerdings am besten visuell lernen. Schriftliche Anweisungen sind oft sehr trocken und können schwer vorstellbar sein. Einer erfahrenen Person beim Häkeln zuzuschauen, führt am schnellsten zum Erfolg.

16. Ist Häkeln Kunst?

Über Kunst oder Handwerk wird seit ewigen Zeiten debattiert. Beide fordern eine Menge an Kompetenz, aber Kunst setzt sich dadurch ab, dass es eine Form des Selbstausdrucks ist: Künstler:innen „sagen“ etwas in ihrem Werk. Diese Abgrenzung würde Häkeln der Spalte Handwerk zuordnen.

Mit der laufenden Entwicklung des Häkelns ist es jedoch möglich, dass der oder die Häkler:in in der Arbeit etwas zum Ausdruck bringen will. So gibt es Techniken, mit denen du große, ausdrucksstarke Bilder aus Garn anfertigen kannst. Es gibt 3-dimensionale Landschaften, die genauso schön wie ein Gemälde von Van Gogh aber viel besser greifbar sind. Und dann gibt es das Fadenhäkeln, mit dem Künstler:innen exquisite Details fertigen können, die mehr Detail enthalten als der Pinselstrich.

Wenn du Dinge zum Ausdruck bringen möchtest und hier dein Medium gefunden hast, dann freuen wir uns für dich! Du bist ein:e Künstler:in.

17. Was soll ich zuerst lernen?

Häkelnadeln
Freunde dich zunächst mit deiner Häkelnadel an.

Als Anfänger:in solltest du erst einmal die Werkzeuge dieser Handarbeit erlernen. Die Häkelnadel wird zum besten Freund werden und daher ist es wichtig, die verschiedenen Arten kennenzulernen und zu wissen, wie du sie in der Hand hältst.

Als Nächstes solltest du lernen, eine Reihe aus Luftmaschen anzufertigen und die einfachste der Maschen zu erlernen, die feste Masche. Sollte das die einzige Masche sein, die du erlernst, kannst du immer noch eine Überdecke für ein Doppelbett häkeln. 

18. Ist Häkeln entspannend?

Häkeln ist extrem entspannend. Viele Studien haben gezeigt, dass wiederholte Bewegungen wie Häkeln die Herzfrequenz senken, die Serotoninproduktion anregen und so viel Entspannung wie Meditation oder Yoga liefern können. In Kombination mit einer Tasse Tee und deiner Lieblingsfernsehshow – wie das Great British Bake-Off – verbringst du die Zeit im 7. Himmel der Handarbeit.

19. Macht Häkeln Spaß?

Es macht enorm Spaß. Du kannst mit Farben und Design kreativ sein und erlebst das schöne Gefühl, etwas per Hand anzufertigen. Es ist zudem sehr schön, einer Freundin oder einer geliebten Person ein einzigartiges Geschenk zu überreichen, das du mit Liebe und Aufmerksamkeit über viele Stunden geschaffen hast. Sie ist eine Handarbeit mit langer Lebensdauer.

20. Feiert Häkeln gerade ein Comeback?

Absolut! Der Handarbeitsbereich steckt gerade in einem großen Aufschwung, wie es ihn zuletzt in den 1960er und 1970er Jahren gegeben hat. Influencer auf TikTok teilen schöne, kreative Designs, die ein modernes und zugleich klassisches Aussehen haben. Selbst große Kaufhäuser machen mit: Ab 2022 findest du bisweilen gehäkelte Pullover in den Auslagen. Darum ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um sich eine Häkelnadel zu besorgen.

21. Welche Art von Garn sollte ich verwenden?

Garn
Größe, Farbe und Faserart – bei der Auswahl von Garn ist viel zu beachten!

Garn wird in einer Vielzahl von Arten und Farben angeboten. Die zwei wichtigsten Aspekte bei der Garnwahl sind die Faserart und das Gewicht.

Garn wird aus verschiedenen Fasern hergestellt: Baumwolle, Wolle, Seide, Nylon, Acryl und anderen synthetischen Mischungen. Einige Fasern eignen sich besonders gut für bestimmte Projekte. Baumwolle ist gut für Socken, während synthetische Garne besser geeignet sind für große Decken.

Das Gewicht des Garns bezieht sich auf die Fadenstärke. Je dicker das Garn, umso größer fallen die Maschen aus. Dein Muster zeigt ein Garngewicht an, das für das Projekt empfohlen wird.

Worauf wartest du noch?

Jetzt weißt du alles, was du wissen solltest! Na ja, nicht ganz, aber du stehst in den Startlöchern. Hoffentlich fühlst du dich ermutigt, mit dem Häkeln loszulegen – und dafür bieten wir dir die passenden Kurse an.

Nimm das Häkeln auf!

Grundlagen des modernen Häkelns: Vom Knäuel zum Schal

Verfasst von:

Luke Field