Übung zu Anmut und Höflichkeit in meiner Kirchengemeinde!

Schon länger machen mich einige Beobachtungen in meiner Gemeinde sehr traurig. Dieser Kurs hat mich nun ermutigt, nicht nur traurig zu beobachten sondern einfach etwas zu verändern. Die meisten Kinder der Gemeinde sind sehr laut, rennen immer um die Wette bis zum Sabbatschulraum, unterbrechen den Prediger bei der Kindergeschichte und grüßen kaum. Diese 3 Mängel sollen nun behoben werden.

Ich werde wohl mit dem „Grüßen“ beginnen. Da ich die Kinder am Anfang der Sabbatschule alle zum gemeinsamen Singen versammle, sind sie sehr altersgemischt. Von 2 bis 12 Jahren. Da aber vor allem auch die großen Kinder Probleme haben, Erwachsene und auch andere Kinder zu begrüßen, dürfen alle an dieser Übung teilnehmen:

Ich: Liebe Kinder! Ihr könnt alle schon richtig viele Sachen (singen, lesen, schreiben, springen, ein Tor schießen,…) aber mir ist aufgefallen eine Sache können noch nicht alle so gut und diese Sache lernt man so mit 2 Jahren! Es ist das Grüßen wenn ich jemanden begegne oder einen Raum betrete. Da ihr alle darin noch Übung braucht, nehmen wir uns heute etwas Zeit dafür. Leider ist es in Zeiten von Corona nicht mehr angebracht sich die Hand zu geben, aber umso wichtiger ist es, dass wir uns in die Augen schauen, freundlich Lächeln und „guten Morgen“ sagen. Ich werde jetzt jeden von euch begrüßen und ihr dürft mich dann auch begrüßen.

 

Nun gehe ich zu jedem Kind, schaue ihm freundlich in die Augen und sage: „Guten Morgen lieber…!“

Ich: Was macht ihr, wenn ihr einen Raum betretet und es ist schon jemand anwesend? (Wir sind eine sehr kleine Gemeinde)

 

Wenn der Gottesdienst noch nicht begonnen hat, kann ich beim Betreten des Raumes auch „Guten Morgen“ sagen. Wenn ich oben in den Sabbatschulraum komme begrüße ich die anwesenden Personen mit einem „Guten Morgen „ oder „Hallo“.

Nun dürfen immer einzeln, jüngere Kinder vor die Türe gehen und beim Hereinkommen uns grüßen. Wir grüßen natürlich zurück. Die älteren Kinder, würden so eine Übung nicht ernst nehmen und ich denke es reicht, dass sie durch die Übung der anderen auf das richtige Verhalten aufmerksam gemacht werden.

 

Am nächsten Sabbat würde ich die Kinder sehr auffällig, betont begrüßen um sie an unsere Abmachung zu erinnern und sehen ob sich etwas verbessert hat. Wenn ja würde ich mich natürlich freuen und die Kinder loben.

Es war so schön heute, von so vielen Kindern freundlich begrüßt zu werden.

Mir ist aufgefallen, dass viele von euch sehr laut die Treppe in den Sabbatschulraum hinauf stürmen. Es ist schön, dass ihr schnell hier sein wollt, aber es wäre besser wenn ihr euch rücksichtsvoll und leiser im Gebäude bewegt. Ältere Menschen werden oft beim Vorbeilaufen angerempelt und für kleinere Kinder ist das Stiegen steigen an sich schon eine Schwierigkeit. Wenn dann noch andere Kinder sie rücksichtslos überholen, kann es gefährlich werden.

Wir üben jetzt einmal gemeinsam leise und rücksichtsvoll hinunter und wieder hinauf zu gehen. Ihr könnt kleineren Kindern helfen und es ist nicht wichtig als erster oben zu sein.

 

Ich würde die nächsten Sabbate die Kinder immer wieder durch Blickkontakt oder Zeichen erinnern und erst wenn es wirklich gut klappt die dritte Übung angehen.

Ich unterbreche dich nicht, wenn du sprichst.

Diese Gesprächsregel würde ich auch im Rahmen der Sabbatschule einführen. Auch das Einführen eines Handzeichens (aufzeigen und warten bis ich dran bin) wäre für diese Gruppe hilfreich. Es sind viele Heimschulkinder, die es nicht gewohnt sind, auch mal warten zu müssen. Die Schulkinder machen das schon automatisch, kommen dann aber nicht zu Wort, weil die anderen drauf los plappern. Ich würde die Kinder auch ermutigen, unten bei der Kindergeschichte, dieses Handzeichen zu verwenden.